Wenn du vor deinem Studium stehst, dann hast du dich sicherlich bereits mit einigen Fragen befasst, die die Inhalte des Studiums und die Organisation an der Universität betreffen. Aber hast du dir auch schon überlegt, die du am besten dein Studium finanzierst? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten dein Studium finanziell zu unterstützen und es ist praktisch fahrlässig die vorhandenen Möglichkeiten nicht auszuschöpfen, denn laut Statistik musst du mit monatlichen Kosten in Höhe von 570 bis 1100 € rechnen.

Mit dem Stipendium ins abgesicherte Studium eintauchen

Die wahrscheinlich beste Möglichkeit ein Studium zu finanzieren ist ein Stipendium. Hier kommst du in den einzigartigen Genuss eines Geldgeschenks. Du musst die Mittel, die dir aus dem Stipendium zufließen nicht zurückzahlen. Dabei wird unterschieden zwischen einem Voll- und einem Teilstipendium. Das Vollstipendium übernimmt die vollen Studienkosten, während ein Teilstipendium von z.B. 300 € auch schon ein ganz schöner Schritt zur Finanzierung bedeutet. Dabei ist gar nicht so viel zu tun. Meistens musst du ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf abgeben und schon kommst du als Stipendiat in Frage. Du kannst auch zwei oder mehr Stipendien erhalten. Zusätzlich können Auslandsaufenthalte, Sprachkurse oder die Zeit für deine Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit finanziell mit einem Stipendium unterstützt werden.

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BAföG für Studenten ohne elterliche finanzielle Unterstützung

BAföG kannst du aus der öffentlichen Hand im Bachelor- und Masterstudiengang beziehen. Auch ein Zweitstudium lässt sich unter bestimmten Bedingungen noch finanzieren. Zunächst musst du überprüfen, ob du Anspruchsberechtigter bist. Hast du tatsächlich einen Anspruch, kannst du mit dem Online-BaföG-Rechner schnell bestimmen, wie viel dir monatlich zusteht. Es gibt allerdings einen BaföG-Höchstsatz, der nicht überschritten werden kann.

Nun wird der BaföG-Antrag beim BaföG-Amt gestellt. Dein BaföG-Vermögen, dein Einkommen und das Einkommen deiner Eltern wird nun genauer unter die Lupe genommen. In bestimmten Ausnahmefällen kannst du auch elternunabhängiges BAföG erhalten, falls du nicht möchtest, dass das Vermögen deiner Eltern mit verrechnet wird.

Ehrliche Arbeit zur Finanzierung des Studiums

Du kannst natürlich auch arbeiten, um dein Studium zu finanzieren. Es gibt grundsätzlich die Möglichkeit normale Jobs zu machen oder als Werkstudent zu arbeiten. Bei den normalen Jobs handelt es sich meist um Mini-Jobs auf 450 €-Basis. Den Mini-Job kannst du neben deinem BAföG noch als Einnahmequelle verbuchen, ohne dass dir das BAföG gekürzt wird. Meistens beträgt deine Wochenarbeitszeit etwa 10 Stunden, was neben deinem Studium keine Probleme bereiten sollte.

Als Werkstudent hast du die Möglichkeit bei einem Unternehmen oder an der Hochschule selbst bis zu 20 Wochenstunden zu arbeiten. Du brauchst als Werkstudent keine Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen, nur die Rentenbeiträge werden dir abgezogen. In den Semesterferien hast du die Möglichkeit die Stundenzahl pro Woche noch zu erhöhen. Du musst nur darauf achten, dass du nicht mehr als 26 Wochen im Jahr die 20-Stunden-Grenze überschreitest. Im Notfall, wenn du noch mehr Geld benötigst, kannst du auch die Tätigkeit als Werkstudent mit einem Mini-Job kombinieren. Du darfst aber die 20-Stunden-Grenze auch in diesem Fall nicht überschreiten.

Der Nebenjob als Werkstudent lohnt sich also doppelt, denn neben der Finanzierung deines Studiums sammelst du noch wichtige Praxiserfahrung, die du später bereits in deinem Lebenslauf positiv verarbeiten kannst.

Du kannst natürlich auch versuchen sehr gut bezahlte Jobs bei Marktforschungsinstituten oder anderen Sozialstudien zu ergattern. Hier werden immer wieder Teilnehmer gesucht. Gerade in Studentenstädten haben diese Träger große Nachfrage an immer neuen Teilnehmern und Probanden.

Ist eine Studienfinanzierung mit Praktika möglich?

Jeder Student wird immer wieder dazu angehalten mehrere Praktika durchzuführen, um auch praktische Berufserfahrung in einer immer noch sehr theoretischen universitären Ausbildung zu erlangen. Wenn du ein Praktikum ergatterst, bei dem du eine 40-Stunden-Woche leisten kannst, verdienst du 1470 € brutto. Du hast als Student sogar noch verringerte Sozialversicherungsbeiträge und kannst dir die gezahlte Lohnsteuer mit deiner Einkommenssteuererklärung als Student wieder zurückholen.

Das Praktikum lässt sich natürlich bestens in den Semesterferien absolvieren. Manchmal kann auch ein eingeplantes Urlaubssemester dazu verwendet werden. Wenn es in deinem Studium ein Pflichtpraktikum gibt, dann wird extra Zeit für dich im Semester eingeplant.

Du sammelst wertvolle Berufserfahrung, kannst netzwerken und neue Kontakte knüpfen, die dir später vielleicht zu einem Job verhelfen. Bei einem Auslandspraktikum hast du sogar die Möglichkeit auch noch deine Fremdsprachenkenntnisse aufzupolieren.

Finanzierung mit Studienkrediten oder Bildungsfonds

Studienkredite sind normale Kredite speziell auf Studenten ausgerichtet. Der Darlehensbetrag wird dir gewährt unabhängig von deinem Einkommen oder dem Einkommen deiner Eltern. Daneben kannst du mit Stipendien, Mini-Job oder Praktikum noch weitere Einnahmequellen haben.

Der Bildungsfonds dagegen fördert dich ebenfalls monatlich mit stattlichen 800-1000 €, die du danach anders als beim Studienkredit angepasst an dein späteres Einkommen zurückzahlst. Erst mit Eintritt ins Arbeitsleben musst du den Kredit zurückzahlen. Die Rate ist dann prozentual an dein Einkommen angepasst.

Finanzierung mit der Unterstützung der Eltern

Deine Eltern sind verpflichtet dir Unterhalt zu zahlen für dein Studium. Sie erhalten bis zum Studienende Kindergeld und Steuerfreibeträge vom Staat und sollen dich mit diesem Geld unterstützen. Nach dem Ende deines Studiums hast du noch eine Schonfrist von drei Monaten, dann endet die Verpflichtung deiner Eltern.

Die Eltern können allerdings nur in dem Maße beansprucht werden, wie sie es sich leisten können. Du solltest also zur Sicherheit immer noch parallel BAföG beantragen, um ein weiteres Standbein zu haben.

Das Kindergeld, das deine Eltern ausgezahlt bekommen, müssen sie an dich weiterleiten, um dein Studium zu finanzieren. Diese Regelung greift allerdings nur, wenn du nicht mehr zu Hause wohnst. Ansonsten können die Eltern das Kindergeld natürlich zur Deckung der Wohnkosten, die du verursachst, behalten.

Studienfinanzierung mit Wohngeld

Du hast Anspruch auf Wohngeld als Student, wenn du keine BaföG-Förderung erhältst. Im BaföG-Betrag ist bereits ein Satz für Wohngeld enthalten. Bekommst du die staatliche Förderung nicht, dann kannst du Wohngeld bei deiner Stadt oder Gemeinde beantragen. Das Geld wird rückwirkend ab dem Datum der Beantragung an dich ausgezahlt.

Finanzierungsmodelle in der Kombination nutzen

Du solltest versuchen möglichst viele Finanzierungsmodelle zu kombinieren, um einen möglichst hohen Monatsbetrag an Förderung zu erhalten. Dabei kannst du feststellen, dass es gar nicht schwierig ist das Geld für dein Studium zusammen zubekommen, wenn du weißt wo du hingehen musst oder wo du die entsprechenden Anträge stellen kannst. Aber denk daran, dass dein Studium selbst auch nicht leiden darf. Es ist der Hauptgrund, warum du diese Förderungen bekommst.

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